Elfmeter, Tränen und Jubel: Was uns die WM 2018 lehrte

Für die deutschen Fußballfans war die WM 2018 ein echter Flop. Der russische Rasen brachte dem schwarz-rot-goldenen Team keinen Erfolg, die Südkoreaner kredenzten uns das Tickt für den Heimweg geradezu auf dem Silbertablett. Das blamable 2:0 gegen die Asiaten rundete den insgesamt schwachen Auftritt der deutschen Elf nur passend ab, doch das ist alles andere als ein Grund zum Verzweifeln! Aus jeder Niederlage lassen sich konstruktive Lehren ziehen. Nicht nur für die Deutschen.

Die Karten werden immer wieder neu gemischt

Die wichtigste Lehre zuerst: Auf einem Weltmeistertitel kann und darf sich niemand ausruhen! Es gibt immer ein nächstes Mal, und das kann völlig anders ausgehen als gewohnt. Vier Jahre zwischen zwei Meisterschaften sind ohnehin eine lange Zeit, die zahlreiche Veränderungen mit sich bringt. In dem besonderen Jahr 2018 können wir ohne zu zögern sogar von regelrechten Verwerfungen sprechen! Jedenfalls aus deutscher Sicht.

Darum gilt es, sprichwörtlich immer mit demselben Eifer am Ball zu bleiben, egal, was wir tun und woher wir kommen. Nicht nur im Fußball, sondern auch im alltäglichen Leben, denn auch hier bedeutet ein grandioser Sieg noch lange nicht, den Erfolg für sich gepachtet zu haben. Andersherum lässt es sich aber auch sagen, dass eine peinliche Panne wie die der deutschen Mannschaft in Russland noch lange nicht das Aus für eine fantastische Truppe bedeutet. 2022 sind die Karten längst wieder neu gemischt, dann können wir wieder Weltmeister werden!

Vergangenes ist vergangen – was zählt, ist das Jetzt

Schieben wir an dieser Stelle einmal schnell die Engländer dazwischen: Über das WM-Spiel England gegen Kolumbien konnten wir uns richtig begeistern! Und das nicht allein deshalb, weil die Partie gehörig adrenalingeladen war, sondern auch, weil die drei Löwen tatsächlich beim Elfmeterschießen den Sieg davongetragen haben. Damit hübschen Sie nicht nur ihre Statistik auf, die in diesem Bereich absolut gegen sie sprach, sondern sie zeigten auch der ganzen Welt, dass bei diesem World Cup mit ihnen gerechnet werden musste. Wieder können wir also mit Fug und Recht sagen, dass sich die Dinge im Leben ständig verändern – und dass vergangene Fehler oder Siege sich nicht unbedingt wiederholen müssen.

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Es ist keine Schande, hemmungslos zu heulen

Was taten eigentlich die Kolumbianer, als England ausgerechnet im Elfmeterschießen gegen sie gewann? Wer erinnert sich? Genau, sie legten sich gemeinsam in den Mittelkreis und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Dabei kullerte auch die eine oder andere Träne, denn der WM-Sieg war von einer Minute auf die nächste dahin. Ja, Männer dürfen weinen, wenn ihre Träume zerplatzen. Und das sogar in aller Öffentlichkeit! Niemand hat die Jungs damals ausgelacht und rückwirkend wird das auch keiner mehr tun. Für sie war es sicher befreiend, ihre Emotionen zu zeigen und dabei die Teamkollegen eng an der Seite zu wissen. Wir wissen, dass gerade im Fußball Freude, Überschwang, Trauer und Enttäuschung eng beieinander liegen. Wer jubeln kann, der sollte auch hemmungslos heulen dürfen: So einfach ist das.

Klare Strategien sind besser als kopflose Handlungen

Planung und Strategie sind überaus wichtig, wenn es darum geht, große Siege zu erringen. Wer schon in den Testspielen schwache Leistungen zeigt und hinterher versucht, sich alles schönzureden, weil „man“ schließlich der Weltmeister ist, begeht einen schweren Fehler. Das 1:2 der Deutschen gegen Österreich und das knappe 2:1 gegen Saudi Arabien wurden sowohl von Trainer Löw als auch vom deutschen Team als Ausrutscher gewertet und damit nicht ernst genug genommen.

Löw ließ die Dinge einfach laufen, bis er dann scheinbar in Panik geriet und zweimal hintereinander die Mannschaft durcheinander würfelte. Diese schnelle Rotation nach langer Stagnation tat den Spielern gar nicht gut und führte zum bekannten Resultat. Die schlechten Ergebnisse der Vorspiele hätten von Anfang an eine Warnung sein sollen, die Sache nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Rote Ampeln müssen beachtet werden! Eine kräftige Bremsung zur Neuordnung der Strategie ist immer besser, als ins Chaos der Kreuzung zu geraten und dann womöglich vor Aufregung das völlig Falsche zu tun.

Geduld und Spucke sind ein altbewährtes Erfolgsrezept

Doch nicht nur von Verlierern, sondern auch von Gewinnern können wir lernen: Die Franzosen, die schließlich jubelnd den Pokal in Empfang nahmen, zählten wie die Deutschen schon vor der WM zu den Favoriten. Unter Trainer Domenech hatte das französische Team mit chaotischen Zuständen zu kämpfen, ab 2012 ging es dann unter anderer Führung stetig bergauf. Die vorherigen Streitigkeiten gehörten der Vergangenheit an, allmählich sammelte die noch junge Mannschaft aufbauende Erfahrungen.

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2014 reichte es im Viertelfinale noch nicht gegen Deutschland; bei der letzten EM schafften unsere südlichen Nachbarn es dann schon bis ins Finale. Feilen, feilen, feilen – und Jahr für Jahr immer besser werden! Diese Taktik hat sich als hoch ergiebig gewesen, zudem sich im französischen Team viele echte Weltklassespieler befinden. Wir sehen: Der Weg zum Ziel lässt sich am besten mit viel Geduld und Spucke bewerkstelligen, vor allem dann, wenn zu Anfang desaströse Zustände herrschen.

Photo by kalhh (Author), CC0 Creative Commons (CC0 1.0)

Fußball ist absolut menschlich, kein Sport für stille Helden und steinharte Kerle. Hier wird gearbeitet und trainiert, geplant, geplottet und gefeiert. Gewinnen und verlieren gehören eng zusammen, alle Höhen und Tiefen werden im Team durch litten. Bei jedem großen Spiel gibt es etwas zu lernen, genaues Hinschauen lohnt sich!