William Hill Plc hat angeboten, den in Schweden börsennotierten Mr Green & Co AB für rund 308 Millionen Dollar zu kaufen, da die britische Glücksspielunternehmen ihr digitales Geschäft ausbaut und ihre europäischen Aktivitäten vor Brexit verstärkt.

Die Transaktion würde William Hill mit den MRG-Marken Mr Green und Redbet kombinieren und die Abhängigkeit des in London ansässigen Unternehmens von Großbritannien verringern, da die Vorschriften in seinem Heimatmarkt verschärft werden.

Aktienkurse von William Hill und Mr Green steigen

William Hill Aktien stiegen um mehr als 16 Prozent auf der Grundlage eines Deals, der zustande kam, nachdem europäische Glücksspielunternehmen versucht hatten, über den Atlantik zu expandieren, da die US-Bundesstaaten die Beschränkungen für Wetten lockern.

Die MRG-Aktie stieg um 47 Prozent auf 68,40 schwedische Kronen und lag damit nahe dem Angebotspreis von 69 Kronen. Das Unternehmen ist in 13 Märkten tätig und verfügt über eine internationale Drehscheibe im EU-Mitglied Malta, ein zusätzlicher Anreiz, da Großbritannien sich auf den Austritt aus der EU vorbereitet.

„Wir erhalten eine einsatzbereite internationale Drehscheibe“, Philip Bowcock, William Hills Chief Executive Officer sagte Reuters.

„Als Teil von Brexit müssen wir ein internationales Drehkreuz außerhalb von Gibraltar schaffen.“ Das British Overseas Territory of Gibraltar hat sich wie Malta zu einem wichtigen Zentrum für Online-Glücksspiele entwickelt.

Deal gilt als „Jackpott“ für Mr. Green

Glücksspielunternehmen haben sich im Internetzeitalter vergrößert, aber ihre Online- und traditionelleren Aktivitäten wurden von den britischen Behörden genauer unter die Lupe genommen.

Im Haushalt dieser Woche sagte der britische Finanzminister Philip Hammond, dass die Gebühr für Remote-Gaming – die Steuer auf Wetten über Offshore-Sites – von 15 Prozent auf 21 Prozent steigen würde.

William Hills bekannte Kette von Wettbüros steht auch unter dem Druck, dass ab Oktober nächsten Jahres die Höchstbeträge für Fixed-odd-Wettterminals gesenkt werden.

Mr Green hält Glücksspiellizenzen in Dänemark, Italien, Lettland, Malta, Großbritannien und Irland und erwartet, dass er bis Ende des Jahres schwedische Lizenzen erhält.

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Das Unternehmen, das 2007 gegründet wurde, nachdem seine Unternehmer den Charakter von Mr Green geschaffen und die Casino-Website entwickelt hatten, ist derzeit in 13 Ländern tätig.

William Hill bot am Dienstag eine Prämie von fast 49 Prozent auf den Schlusskurs der MRG von 46,5 schwedischen Kronen. Die Transaktion wurde dem Vorstand von Mr Green & Co zur Genehmigung empfohlen, und die Aktionäre, die über 40 Prozent der MRG besitzen, nahmen das Angebot an.

Mr. Green & Co meldete starke Ergebnisse für das dritte Quartal mit einem Umsatzplus von fast 51 Prozent. ($1 = 9,1737 schwedische Kronen)

William Hill Aktie weiter im Sinkflug

Die William Hill Aktie ist seit Mai 2018 im Sinkflug und hat seitdem fast 80% ihres Wertes verloren. Nach dem Angebot für Mr. Green ist der Kurs zwischenzeitlich um 16 % gestiegen, hat sich aber längst wieder erholt. Ob die USA-Expansion und der Kauf von Mr. Green daran etwas ändern kann, kann nur spekuliert werden. Die Anleger sind auf jeden Fall skeptisch, wie die sofortige Kurskorrektur zeigt. Hier wurden mehr Aktien von William Hill verkauft als gekauft, was nicht für langfristige Steigerungsmöglichkeiten spricht.

Wie gehts es weiter mit Mr. William Hill-Green?

Grundsätzlich ist Mr Green in Sachen Online Casino die wesentlich attraktivere Plattform. Außerdem ist Mr Green eine der wenigen positiv konotierten Brands im Online Gambling Bereich, die mit seiner genialen Marketing-Strategie und der Figur des Mr. Green bleibenden Eindruck schafft.

Auch im Sportwetten-Bereich ist Mr Green seit der EM 2016 tätig und kämpft wacker um Marktanteile. In Sachen Benutzerfreundlichkeit könnte sich William Hill mit seiner überladenen Webseite eine Scheibe von Mr Green abschneiden. Da Mr Green eine profitable Marke mit sehr hohem Wiedererkennungswert ist („Hey, Mister! Mister Greeeeeen!“), werden die Plattformen wohl weiterhin parallel betrieben während es im Hintergrund in Sachen Verwaltung und Personal Synergieeffekte zur Kostenersparnis geben kann.